PHILOSOPHIE

Die Wege zur Philosophie sind unendlich viele. Zu ihr gelangt man in der Tat  von jeder wissenschaftlichen Frage aus, wenn man sie nur genügend weit verfolgt.

Moritz Schlick

Empfohlen 

Kant unter dem Weihnachtsbaum

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Das Semester ist zu Ende! Na ja, streng genommen ist das Semester noch nicht zu Ende, sondern lediglich die Vorlesungszeit. Für viele beginnen im Januar erst die Prüfungen. Für die Philosophiestudierenden meiner Universität ist "Prüfungsphase" synonym mit "letzte Semesterwoche" - allfällige Prüfungen finden einfach in der letzten Sitzung des Kurses statt, gleiche Zeit, gleicher Ort. Allerdings sind Prüfungen im Philosophiestudium nicht die omnipräsente und allesentscheidende Sache, die sie vielleicht in anderen Studiengängen oder in der Schule darstellen. Meist wird auf Essays und Hausarbeiten als Leistungsnachweis gesetzt.

Das heisst nicht, dass es im Philosophiestudium gar keine Prüfungen gibt: Einführende Kurse und Vorlesungen werden oft mit einer Prüfung abgeschlossen. Doch selbst bei einer Prüfung sind die Fragen oft eher offen formuliert. Ich habe beispielsweise am Donnerstag die Prüfung in Metaphysik geschrieben, ein Kurs, der mich schon das ganze Semester auf Trab hielt. Diese bestand aus zwei sehr breiten Stofffragen, die zwei der drei behandelten Themen abdeckten, und einem Textkommentar zu einem Text über das letzte Drittel des Kurses. Ich habe vielleicht etwas zu weit ausgeholt, denn am Ende hatte ich einen kleinen Stapel vollgeschriebenes Papier vor mir und konnte meine rechte Hand kaum mehr bewegen. Aber selbst wenn man sich etwas sparsamer ausdrückt, wird man in einer Philosophieprüfung nicht darum herumkommen, relativ viel zu schreiben.

Noch mehr geschrieben wird allerdings in den Semesterferien. Dann machen sich die meisten Philosophiestudierenden an das Verfassen der zahlreichen Essays. Für mich sind es diesen Winter zwei, und mit der Bachelorarbeit sollte ich auch langsam anfangen. Dazu kommt, dass ich für einen Kurs im nächsten Semester schon mal Kants Kritik der reinen Vernunft lesen sollte - mit über 800 Seiten und Kants undurchdringlichem Schreibstil kein triviales Unterfangen. In der Hinsicht beginnt die Arbeit erst jetzt so richtig - das ganze Semester habe ich Texte gelesen und darüber diskutiert, nun muss ich das Gelernte anwenden, und mir eigene Gedanken dazu machen. Das ist anstrengend, aber immerhin hat man in den Semesterferien Zeit, sich darauf einzulassen. Man kann seine Zeit selbst einteilen und die Arbeit wo und wann immer man will erledigen, solange man die Frist einhält - oder solange man einen guten Grund hat, sie nicht einzuhalten, wobei die meisten Dozierenden sich erfahrungsgemäss kompromissbereit zeigen. 

Aber bevor das grosse Schreiben beginnt, kommen erstmal Kerzen, Geschenke, Fondue Chinoise und Mailänderli...  und vielleicht ein paar Seiten Kant unter dem Weihnachtsbaum.

Routine in der Prüfungsphase
Denken wie ein Computer

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Montag, 18. Februar 2019
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